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Schauspielhaus Hamburg

Die Brüder Karamasow
von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij

aus dem Russischen von Swetlana Geier

Fassung von Bastian Lomsché und Rita Thiele
Regie: Oliver Frljic

In seinem letzten Werk erzählt Fjodor M. Dostojewskij die Geschehnisse um die Ermordung des Scheusals Fjodor Karamasow und die Ermittlungen gegen seine Söhne Dimitrij, Iwan und Aljoscha. Diese "Geschichte einer Familie", wie das erste Buch im Roman heißt, legt die zwischenmenschlichen Abgründe der Figuren und das poröse Gerippe einer überholten Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts frei. In einer Zeit, in der Religiosität und aufkeimender Liberalismus aufeinanderprallen, Gott in Frage gestellt und die Seele für kausal begreifbar erklärt wird, werden die Gewissheiten des Daseins der "alten Menschen" pulverisiert.
Auch 140 Jahre nach Erscheinen des Romans scheinen geltendes Recht und Rechtsgefühl vermehrt auseinander zu driften. Die Menschheit bedürfte im Angesicht der Klimakatastrophe, gigantischer Fluchtbewegungen, Demokratiekrisen und einer kaum für möglich gehaltenen, weltweiten Pandemie ebenfalls einer radikalen Neuwerdung, der sich jedoch große Kräfte entgegenstellen.
Oliver Frljic war Intendant des Kroatischen Nationaltheaters in Rijeka, bis er aus Protest gegen die Kulturpolitik 2016 seinen Rücktritt erklärte. Seit 2015 inszeniert er in ganz Europa, verstärkt auch im deutschsprachigen Raum. Mit "Die Brüder Karamasow" wird er seine Beschäftigung mit dem Werk Dostojewskijs fortsetzen und erstmals am Deutschen Schauspielhaus arbeiten.

Premiere:
12. September 2021

Weitere Termine und Informationen:
www.schauspielhaus.de