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Aktuelles
 

Jahrestagung der DDG

7. bis 9. Oktober 2022

"Jeder ist an allem schuld"
Eine interdisziplinäre Betrachtung der Schuld im Werk Dostojewskijs

Jahrestagung der Deutschen Dostojewskij-Gesellschaft

Thomas-Morus-Akademie, Bensberg

In F. M. Dostojewskijs letzten Roman Die Brüder Karamasow sagt der geistliche Lehrer Starez Sosima: "Jeder von uns trägt allen gegenüber an allem Schuld, und ich mehr als alle".
Die Frage nach der Schuld des Menschen vor Gott und seiner Schöpfung nimmt besonders im nachsibirischen Werk des russischen Schriftstellers einen zentralen Platz ein, angefangen bei der Schilderung der Verbrecher und ihrer Taten in den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus über den Doppelmörder Raskolnikow bis zum vermeintlichen Vatermörder Dmitrij Karamasow, der die Schuld für eine Tat auf sich nimmt, die er gar nicht begangen hat.
Die Aussage des Starzen ist dabei nur verständlich vor dem Hintergrund von Dostojewskijs Glaube an eine familiäre Verbindung aller Menschen untereinander, der mit dem Begriff Sobonorst als spiritueller Gemeinschaft beschrieben werden kann. Dazu gehört die demütige Selbsterkenntnis als Sünder, die erst den Weg zur Erlösung eröffnet.
Auf unserer Jahrestagung wollen wir uns diesem facettenreichen Schuldbegriff aus verschiedenen Perspektiven heraus - psychologisch, theologisch, philosophisch, kulturhistorisch und juristisch - annähern.

Das Programm der Jahrestagung:

Freitag, 7. Oktober 2022
Begrüßung und Einführung
  Felicitas Esser,
  Thomas-Morus-Akademie, Bensberg
  Prof. Dr. Christoph Garstka,
  1. Vorsitzender der DDG und
  Professor für Russische Kultur,
  Ruhr-Universität Bochum

Schuld, die Psychoanalyse und Dostojewskij
  Dr. Mathias Hirsch,
  Facharzt für Psychiatrie und
  Facharzt für psychotherapeutische Medizin,
  Psychoanalytiker,
  Berlin und Düsseldorf

Samstag, 8. Oktober 2022
Die zivilisierende Wirkung des Rechts und die

Schuld(un)fähigkeit des Individuums
Eine Kippfigur der (Anti)Moderne im

Werk Fjodor M. Dostojewskijs
  Prof. Dr. Wolfgang Kissel,
  Professor für Kulturgeschichte Ost- und

  Ostmitteleuropas,
  Universität Bremen

Schuld und Willensfreiheit - Versuch eines
systemtheoretischen Verständnisses
Dr. Dr. Walter von Lucadou,

  Physiker, Psychologe, Parapsychologe,
  Freiburg

Mitgliederversammlung der DDG
alternativ:
Filmvorführung "Schuld und Sühne"

"Gerade davor graut es mir, dass ich alles verstehe!"
Schuld, All-Schuld, Un-Schuld in Dostojewskijs 
Erzählung "Krotkaja"
("Die Sanfte", 1876)
  Prof. Dr. Birgit Harreß,
  Professorin für Slavische Literaturwissenschaft und

  Kulturgeschichte,
  Universität Leipzig

Die Sanfte
Szenische Lesung von Dostojewskijs Erzählung
"Die Sanfte"
  Ralf Kaupenjohann, Akkordeon
  Klaus Jürgen Pawöhner, Schauspieler
  Marion Schüller, Künstlerin

Sonntag, 9. Oktober 2022
Schuld als ethische und juristische Kategorie
in Dostojewskijs Essays aus dem Tagebuch
eines Schriftstellers (Dnevnik pisatelja)
  Prof. Dr. Rainer Goldt,
  Professor für Russische Literatur und
  Geistesgeschichte,
  Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Religionspsychologische Dimension der
Schuldproblematik im Werk Dostojewskijs
  Prof. Dr. Maike Schult,
  Professorin für Praktische Theologie,
  Philipps-Universität Marburg

Abschlussdiskussion


Beginn: Freitag, 07.10.2022, 18:00 Uhr mit dem Abendessen

Ende: Sonntag, 09.10.2022, 14:00 Uhr nach dem Mittagessen

Ort: Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Overather Straße 51-53, 51429 Bergisch-Gladbach

Kosten: 230.- € für Unterbringung, Verpflegung, Tagung

Ermäßigungen: siehe Homepage der Akademie

Anmeldung, genaues Programm, Anfahrbeschreibung und weitere Informationen: www.tma-bensberg.de