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Staatstheater Hannover

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Bei nassem Schnee
nach der Erzählung von Fjodor M. Dostojewskij

Regie: Lukas Holzhausen

Mit dem kleinen Glück kann er sich nicht zufriedengeben, und weil es zum großen nicht reicht, zieht er sich in sich selbst zurück. Was soll auch jemand tun, der von vornherein weiß, dass er im Spiel um Erfolg, Geld und Einfluss nicht gewinnen wird und dabei zu stolz ist für das Mittelmaß? Voller Verachtung für die anderen und sich selbst fristet Dostojewskijs Untergrundmensch sein Dasein wie aus Trotz in einer feuchten Kellerwohnung.
Und doch kommt es vor, dass die Einsamkeit diesen Sonderling an die Erdoberfläche treibt und ihn unter Leute führt. Zu einer solchen Gelegenheit trifft er auf eine Gruppe alter Schulfreunde und lädt sich selbst zu deren Feier ein. Neben den strahlenden Emporkömmlingen versinkt er immer tiefer in Scham und Lächerlichkeit, ist hin- und hergerissen zwischen Rachefantasien und der stillen Sehnsucht, geschätzt und anerkannt zu werden. Gerade im Moment seiner größten Erniedrigung trifft er die junge Prostituierte Lisa, in der er ein zartfühlendes Wesen zu finden scheint.

Dostojewskij entwirft in seiner zweiteiligen Erzählung das psychologische Portrait eines unmöglichen Charakters: Zweifelnd und zerrissen findet er keinen Platz in der Welt. Sein Weg ist die Verneinung, die Ablehnung, die Destruktion. Lukas Holzhausen, Ensemblemitglied und Regisseur, wird sich dieser scharfen Gesellschaftsanalyse, die beständig um die Wahrheit ringt, annehmen.  

Premiere:
28. November 2021 im Ballhof Eins

Weitere Termine und Informationen:
www.staatstheater-hannover.de